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Die Bronnbacher Idee

Das Bronnbacher Stipendium möchte das Engagement für die Kultur weiter langfristig in der Wirtschaft verankern: Jedes Jahr können sich Studierende der Universität Mannheim und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) für das einjährige Stipendium bewerben. Unter der Leitung des Kurators Konstantin Adamopoulos hat jeder Jahrgang des Bronnbacher Stipendiums über zwei Semester hinweg die Möglichkeit, die Auseinandersetzung mit Kunstschaffenden während der Bronnbacher Wochenenden zu suchen.

Die Bronnbacher Idee geht davon aus, dass Wirtschaft in ihrer Art und Weise selbst zur Kultur gehört und Kultur mitgestaltet. Die partnerschaftliche Auseinandersetzung von Wirtschaftlern und Künstlern und der Perspektivwechsel haben sich als prägend und befruchtend erwiesen. Hinterfragt wird, wie Methoden Werte beeinflussen und umgekehrt. Das wirtschaftliche Element allein kann Gestaltung in unserer Gesellschaft nicht sinnvoll leisten. Die bewusste Entfaltung der Kultur ist überlebenswichtig. Daher ist das in Arbeitsprozesse Gehen zu übergeordneten Fragen und das Ermutigen in der Begegnung von Menschen die gemeinsame Basis der Bronnbacher Idee.

Das Bronnbacher Stipendium folgt einem Kulturimpuls: Die Auseinandersetzung der kommenden Führungspersönlichkeiten der Wirtschaft mit Künstlern und Künstlerinnen setzt den Umgang mit Vielfältigkeiten und Ungleichheiten in den Künsten in einen Kontrast zum alltäglichen Konsensstreben. Die Arbeit des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft und das Streben der ausgewählten Studierenden treffen sich in dem Wunsch, aus Verantwortung heraus arbeiten zu wollen. Dieses Selbstverständnis entwickelt sich im Tätigsein für die Gesellschaft. Das fordert dazu heraus, das eigene Verhältnis zur Welt immer wieder neu auszurichten. Die Konfrontation mit Kunstschaffenden hilft, die eigenen Muster zu hinterfragen. Konsens versucht dagegen Unwegsamkeiten und Regress klein zu halten. Bekannterweise herrscht in der Wirklichkeit oftmals verwirrende Vielfältigkeit. In der Auseinandersetzung mit diesem zunächst Befremdenden schlummern auch mögliche Innovationen. Kreativität bedeutet demgemäß bereit zu sein, Unerhörtes herauszuhören.

Für Bronnbacher sind unsichere Situation und unwägsame Gegenüber nach diesem Jahr kulturell eher positiv besetzt. Auch das Thema Entrepeneurship haben die Bronnbacher als eine große Parallele mit den Künstlern zu schätzen gelernt. Begriffliche Beschreibungen, die von den Bronnbacher Alumni genannt werden: "Perspektiven und Standpunkte erkennen lernen" "Feuer und Flamme für eine bestimmte Sache", Wahrnehmung (scheinbar Selbstverständliches als neu ansehen), Diskussionskultur, Verantwortung, Persönlichkeit und Bewusstsein", "Verwirrung, Verwunderung, Unverständnis und ganz besonders von einer stetigen inneren Unruhe ergriffen zu sein", "Neugier oder gar ein Brodeln und Lodern", "unbedingtes Engagement erlebt zu haben an den Künstlern", "ungeahnte Gruppenpotentiale untereinander erkennen", "Auseinandersetzung mit der eigenen Person", "Verbindung mit der möglichen Konsequenz des Scheiterns", "Entwicklung neuer Visionen und Lösungsmöglichkeiten".