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Christoph Kilian Theil

Master of Management, Universität Mannheim

Kultur bedeutet die Auseinandersetzung mit genuin Neuem. Dieser Leitgedanke hat für mich zwei Ausprägungen:

I.) Kulturelle Praxis ist kein Widerspruch, sondern ein Komplement zur Wirtschaft

Die Innovationsmotoren unseres wirtschaftlichen Systems werden durch künstlerische Gestaltungsprozesse befeuert. Wer eine Idee schaffen und zum fertigen Produkt reifen lassen möchte, muss ein Portfolio verschiedener Qualitäten orchestrieren. Neben wissenschaftlicher Rigorosität und ökonomischem Denken sind auch Intuition und Schöpfungsmut erforderlich. Kulturelle Praxis ist zur Erprobung der letzten beiden Eigenschaften unerlässlich – denn ihre Ergebnisoffenheit ist die beste Dozentin im Umgang mit Unsicherheit.

II.) Die Rezeption kultureller Artefakte ist rational und emotional fruchtbar

Als begeisterter Sänger und Gitarrist übt das kulturelle Potenzial, Geschehenes zu reflektieren und dabei trotzdem Raum für Interpretation zu lassen, auf mich eine magische Anziehungskraft aus. Denn kulturelle Artefakte geben nicht bloß die Sichtweisen ihrer Schöpfer wieder: In den Köpfen ihrer Rezipienten werden völlig losgelöst davon eigene Gedanken geboren und Gefühle geweckt.

Das Bronnbacher Stipendium schenkt mir die Möglichkeit, meine kulturelle Passion auch im Masterstudium der Betriebswirtschaftslehre weiter zu verfolgen. Dafür bin ich den Förderern, Mitwirkenden und dem 12. Jahrgang sehr dankbar.